Melissa Foster Passionate Romance for Fiercely Loyal Hearts

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An manchen Abenden war Lizzie Barber einfach nicht in der Stimmung, sich eine Schürze und High Heels anzuziehen, eine Brille mit schwarzem Rahmen aufzusetzen, ihre schimmernden braunen Locken unter einer Perücke zu verbergen und halb nackt durch die Gegend zu stöckeln. Heute war einer dieser Abende. Sie betrachtete sich im Badezimmerspiegel, schob die letzten Haarsträhnen unter die Perücke und zwang sich, zu lächeln. Zum Glück waren ihre elfenhaften Lippen von Natur aus nach oben gebogen – selbst wenn sie nicht lächelte, sah sie freundlich aus. Und heute war sie definitiv nicht zum Lächeln aufgelegt. Ihr Ofen hatte in letzter Zeit Probleme gemacht, und sie betete zu den Zuckergöttern, dass er heute Abend funktionieren würde.

Um Kleiderpannen zu vermeiden, band sie die Schürze in Nacken und Taille fest und zupfte noch einmal am Saum, damit ihr hautfarbener String und anderweitige Körperteile bedeckt waren, ehe sie in ihr kleines Studio ging. Im Grunde war es nur eine winzige Küche im Keller ihres süßen Cottages am Cape Cod. Ein letztes Mal überprüfte sie ihre Zutaten und Backutensilien, dann spielte sie das Intro für den Webcast und setzte ihr perfektes, munteres Lächeln auf.

»Willkommen zurück, meine heißen, knackigen Bäcker«, schnurrte sie in die Kamera. »Heute werden wir köstliche Angel Food Cupcakes mit einer schaumigen Glasur backen, bei denen euch das Wasser im Mund zusammenläuft.«

Sie beugte sich vor, um der Kamera einen Blick auf ihren Ausschnitt und ihr verführerischstes Lächeln zu schenken, während sie die Zuschauer mit dem Finger lockte. »Und da wir alle wissen, dass nur das zählt, was unter der Glasur ist, werden wir ein paar Überraschungen im cremigen Inneren verstecken.«

Lizzie hatte die Kunst, Backen versaut klingen zu lassen, auf dem College perfektioniert, als ihr Vater krank geworden war und ihre Eltern das Gasthaus für sechs Monate hatten schließen müssen, um sich um seine Gesundheit zu kümmern. Dadurch hatten sie Lizzie nicht weiter bei den Studiengebühren unterstützen können. Ihre Teilzeitstelle in einem Blumenladen hatte nicht ausgereicht, um den wachsenden Studienkredit abzutragen, und als eine Freundin vorgeschlagen hatte, sie sollte Videos machen, um schnelles Geld zu verdienen, hatte sie ihre Leidenschaft fürs Backen genutzt und im Stillen ihren Cooking with College Girls-Webcast ins Leben gerufen. Wie sich herausstellte, konnte man als spärlich bekleidete Bäckerin einen Haufen Geld machen. Auf diese Weise hatte sie ihre Bücher und das Essen bezahlt und schließlich genug verdient, um den Großteil ihrer Studiengebühren aufzubringen. Lizzie hatte zwei Leidenschaften, Backen und Blumen, und sie hatte immer gehofft, später ihren eigenen Blumenladen zu führen. Nach dem Abschluss hatte sich Cooking with College Girls zu The Naked Baker gewandelt, und sie hatte dadurch genug Geld zusammenbekommen, um den Rest des Studienkredits abzubezahlen und in Provincetown am Cape Cod tatsächlich einen eigenen Blumenladen zu eröffnen, wie sie es sich immer erträumt hatte. Eigentlich hatte sie nicht vorgehabt, nach der Eröffnung von ›P-town Petals‹ mit dem Webcast weiterzumachen, aber als ihre Eltern wieder in Schwierigkeiten geraten waren und die Mittel für die Ausbildung ihrer jüngeren Schwester Maddy dafür aufgewendet werden mussten, hatte Lizzy mit The Naked Baker ihren Beitrag geleistet. Ihre sehr konservativen Eltern würden einen hysterischen Anfall bekommen, wenn sie wüssten, was ihr anständiges kleines Mädchen hinter verschlossenen Türen anstellte, aber was sollte sie denn tun? Ihre Eltern betrieben ein kleines Bed and Breakfast in Brewster auf dem Festland vor dem Cape, und da der Gesundheitszustand ihres Vaters stark schwankte, verdienten sie kaum genug Geld, um über die Runden zu kommen – und die College-Gebühren für ein Kind aufzubringen, das sieben Jahre nach Lizzies Geburt eine Überraschung gewesen war, stellte sich als schwierig heraus.

Lizzie senkte verführerisch die Lider, während sie in die Kamera schaute und den Teig anrührte. Sie tauchte den Finger in die cremige Masse, schob ihn in den Mund und leckte ihn sinnlich ab. »Mmmh. Nichts geht über dicken, cremigen Teig.« Sie fuhr sich mit der Zunge über die Unterlippe und spulte mechanisch all die Gesten und Bewegungen ab, mit denen sie einen Backporno, wie sie es nannte, erzeugte.

Wenn sie ihre Show aufnahm, erinnerte sie sich selbst oft daran, warum sie immer noch etwas tat, wofür sie sich schämte und was sie geheim hielt. Auf gar keinen Fall würde sie zulassen, dass sich ihre süße, neunzehnjährige Schwester allein durchschlagen musste und am Ende Gott weiß was tat, um Geld zu verdienen wie sie selbst, anstatt sich auf ihr Studium zu konzentrieren. Oder schlimmer noch, das College ganz hinschmiss. Madison war mehr als nur unschuldig, und obwohl Lizzie vielleicht auch einmal so gewesen war, hatten ihr der Ehrgeiz und die Lebensumstände das schnell ausgetrieben. Den Webcast zu machen war die beste Entscheidung, die sie je getroffen hatte – selbst wenn es bedeutete, ihr nichtexistentes Sozialleben hintanzustellen und online ein geheimes Leben zu führen. Die blonde Perücke und die Brille mit dem dicken Rahmen halfen, ihre Identität zu verbergen. Zumindest schien es so. Niemand hatte je vermutet, dass sie hinter The Naked Baker steckte. Allerdings ging sie davon aus, dass die Gestalten, denen einer abging, wenn sie in Schürze und High Heels herumtänzelte, wahrscheinlich nur selten aus ihren eigenen Kellerräumen herauskamen.

Sie war stolz darauf, Maddy zu helfen, und hatte das Gefühl, für ihre Schwester in die Bresche zu springen. Etwas zu tun, was keine Frau je tun müssen sollte. Sich tapfer in der wilden Nackt-Back-Arena zu schlagen, um der geliebten Schwester eine höhere Bildung zu ermöglichen.

Als Lizzie eine Weile später nach den Cupcakes sah und feststellte, dass der Ofen zwar warm war, sich aber ausgeschaltet hatte, rutschte ihr der Magen in die Kniekehlen. Mit einem gezwungenen Lächeln und einem Zwinkern verbarg sie ihre Beunruhigung, streckte den Hintern heraus und bückte sich, ehe sie hastig das Blech aus dem Ofen nahm. Aus diesem Winkel würde man nur einen Seitenblick erhaschen und ihren nackten Hintern nicht sehen. Zum Glück schien der Ofen gerade erst ausgegangen zu sein, denn er war noch warm und die Cupcakes fest genug, um glasiert zu werden.

Notfall-Neuaufnahme vermieden!

Dieses Lächeln ist echt!

Ein paar Minuten später verteilte sie die letzten Kokosraspeln auf den Cupcakes und ratterte ihren Text herunter.

»Jeder möchte ein kleines Extra obendrauf, und ich besorge es euch.« Nach einem letzten Zwinkern in Richtung Kamera fügte sie hinzu: »Wir sehen uns nächste Woche wieder. Bis dahin wünscht euch The Naked Baker eine süße, verführerische Nacht mit verlockenden Verkostungen.«

Sie schaltete die Kamera mit der Fernbedienung aus und stützte die Unterarme auf die Theke. Nach einem Blick auf die frischen Tausendschönchen, die sie aus dem Laden mit nach Hause gebracht hatte, ließ sie schwer seufzend den Kopf sinken. Es war nach Mitternacht und sie musste früh raus, um den Laden zu öffnen. Morgen Abend würde sie das Video bearbeiten, damit es übermorgen hochgeladen werden konnte. Und sie musste ihren Ofen reparieren lassen.

Verdammtes Ding.

Nachdem sie ihre Schuhe ausgezogen hatte, ging Lizzie nach oben, legte die Schürze ab und wickelte sich in ein dickes Handtuch. Eine warme Dusche war genau das Richtige, um die Scham abzuwaschen, die nach der Aufnahme an ihr klebte. Beim Gedanken an den kaputten Ofen schrieb sie ihrem Freund Blue Ryder, ob er ihn vielleicht reparieren konnte. Blue war ein heißbegehrter Handwerker, der für die Kennedys und andere prominente Familien am Cape arbeitete. Als das Rohr in ihrem Badezimmer über der eigentlichen Küche geplatzt war, während sie übers Wochenende auf einer Blumenmesse gewesen war, hatte Blue sich bereitwillig Zeit genommen, um sich um die Renovierung zu kümmern. So war er einfach. Er war immer da, um anderen zu helfen. In letzter Zeit teilte er seine Zeit zwischen ihrer Küchenrenovierung und der Arbeit an dem Cottage auf, das er gerade gekauft hatte. Morgen wollte er dort sein, aber sie hoffte, dass er sie irgendwo dazwischenschieben konnte.

Kannst du morgen meinen Ofen reparieren?

Blue schrieb ein paar Sekunden später zurück. Er war genauso verlässlich wie heiß – eine gefährliche Kombination.

Ist das ein Code für etwas Versautes? Lachend schüttelte sie den Kopf, als sie seine Antwort las.

Grinsend schrieb sie: Nur, wenn du auf Ofenschmalz stehst.

Blue hatte sie oft um ein Date gebeten, seit sie sich letztes Jahr auf der Vierfach-Hochzeit seiner Freunde kennengelernt hatten, für die sie die Blumen gestellt hatte. Seine Einladungen abzulehnen war nicht leicht und hatte zu zahlreichen sexy Fantasien geführt. Doch ihr Doppelleben war schon ohne einen attraktiven Mann verrückt, der wie Magic Mike aussah und Augen hatte, mit denen er eine blinde Frau hätte hypnotisieren können. Ihre Gründe reichten jedoch weitaus tiefer. Blue war mehr als ein Augenschmaus. Er war auch ein aufrichtiger Freund, für den Familie und Freunde an erster Stelle standen. Dazu noch sein wahnsinnig gutes Aussehen und sein Gentleman-Verhalten, und Lizzies Hirn bekam einen Kurzschluss. Es wäre so leicht, sich heftig in einen fürsorglichen, treuen Mann wie Blue Ryder zu verlieben. Und das konnte sie sich nicht leisten. Maddy zählte auf sie.

Schön, dass du endlich zur Vernunft gekommen bist. Wann hast du Zeit?

Oh, hatte sie mit ihm geflirtet?

Es war an der Zeit, das Ganze im Keim zu ersticken. Ihr Finger schwebte über dem Display, während sie in Gedanken mit dem Bild von Blue spielte: eins zweiundneunzig, heiße, harte Muskeln und stahlblaue Augen.

Es war viel zu lang her, seit sie mit einem Mann zusammen gewesen war, und sie war jedes Mal verleitet, wenn Blue sie um ein Date bat. Aber sie hatte ihn als Freund so gern und wusste, dass der Wechsel von Freundschaft zu Beziehung nur dafür sorgen würde, dass sie heftiger von ihm angezogen und ihr Doppelleben schwieriger wurde.

Genau das war der Grund, warum sie morgens jedes Mal fluchtartig das Haus verließ, bevor er kam, um an ihrer Küche zu arbeiten. Das war der einzige Weg, um Abstand zu halten. So gut aussehend war er. So freundlich. Und so eine gute Gesellschaft. Nicht nur, dass sie keine Zeit für eine Beziehung hatte, sie war auch ziemlich sicher, dass kein Typ es gutheißen würde, wenn seine Freundin als The Naked Baker im Internet zu sehen war. Natürlich hinterließ sie ihm am Morgen nach ihren Aufnahmen immer etwas Süßes und eine Notiz auf der Anrichte, um sich zu bedanken.

Obwohl Blue nicht sehen konnte, wie sie die Schultern straffte und ihre feierlichste Miene aufsetzte, tat sie trotzdem genau das, um ihren Entschluss zu bekräftigen. Dann tippte sie die Nachricht, die ihn hoffentlich sanft in die Schranken wies. Nach der Arbeit, aber du sollst wirklich meinen Ofen reparieren. Den, mit dem ich koche! Danke! Sehen wir uns gegen sieben?

Sie legte das Handy weg, stieg unter die Dusche und war entschlossen, nicht an seine blauen Augen oder das Spiel seiner Armmuskeln zu denken. Ihre Gedanken wanderten zu gestern zurück, als sie von der Arbeit nach Hause gekommen war und Blue sich über seine Werkzeugkiste gebeugt hatte, sodass sich die Jeans über seinem perfekten Hintern spannte. Allein bei der Erinnerung wurden ihre Nippel hart. Er war der Mann, der seit letztem Sommer in ihren nächtlichen Fantasien auftauchte. Was sprach schon dagegen? Er würde es nie erfahren. Sie schloss die Augen und strich mit einer Hand über ihre Brüste, ihren festen Bauch und schließlich zwischen ihre Beine. Vielleicht hatte sie keine Zeit für eine Beziehung, aber eine kleine mitternächtliche Fantasie konnte viel bewirken …

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